Michael Kohlhaas

nach der Novelle von Heinrich von Kleist

Premiere in der Casa
2. Dezember 2011

Inszenierung
Christoph Roos  
Bühne und Kostüme
Peter Scior  
Musik
Markus Maria Jansen  
Dramaturgie
Marc-Oliver Krampe  
Michael Kohlhaas
Jörg Malchow  
Herse
Jens Ochlast  
Lisbeth, später Rebellin
Lisa Jopt  
Junker von Tronka, Richter, Kurfürst
Andreas Maier  
Vogt, Richter, Staatsrat
Tom Gerber  
Dame, Richterin, Dr. Luther
Floriane Kleinpaß  

Der rechtschaffene Pferdehändler Michael Kohlhaas lebt gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern in Kohlhaasenbrück an den Ufern der Havel. Auf einer Reise ins Sächsische, wo er seine Pferde auf den Märkten verkaufen will, wird er an der Landesgrenze bei einer Ritterburg an der Elbe mit ungewohnten Einreiseformalitäten konfrontiert: Neuerdings verlangt der Schlossherr, Junker von Tronka, einen Passierschein. Kohlhaas verspricht notgedrungen, sich in Dresden nachträglich darum zu bemühen. Als Pfand muss er zwei seiner Rappen zurücklassen, die er seinem Knecht anvertraut. In Dresden stellt sich jedoch heraus, dass die Forderung nach einem Passierschein jeglicher rechtlichen Grundlage entbehrt. Und damit nicht genug: Zurück in der Tronkenburg findet er seine Pferde auch noch abgemagert im Schweinekoben vor. Der Burgvogt hatte diese als Zugtiere auf dem Feld und seinen Knecht als Prügelknaben missbraucht. In seinem gerechten Zorn sucht Kohlhaas juristischen Beistand, muss aber erkennen, dass die verwandtschaftlichen Beziehungen derer von Tronka bis weit in die Gerichtsbarkeit reichen.
Als seine Frau bei dem Versuch, in der Sache ihres Mannes beim Landesherrn vorzusprechen, tödlich verletzt wird, beginnt Kolhaas einen blutigen Rachefeldzug: Er sammelt seine Getreuen und bläst zur Jagd auf Junker Tronka. Blind vor Wut und prinzipientreu bis zur Selbstaufgabe kämpft er gegen alles, was sich ihm in den Weg stellt und zündet ganze Städte an. Martin Luther höchstpersönlich gemahnt ihn, in die Gemeinschaft zurückzukehren und die Obrigkeit anzuerkennen. Doch Kohlhaas, der sich vom Rechtsstaat verstoßen sieht, überzieht das Land mit rigorosem Terror, welcher Opfer fordert, Angst und Denunziation gedeihen lässt und eine Spirale der Gewalt in Gang setzt.

Der Willkür und Korruption des Staates stehen in Kleists Erzählung – nicht minder zerstörerisch – private Rachgier und Selbstjustiz gegenüber. Das Stück zeigt die Verzweiflung des Menschen am Unrecht in der Gesellschaft und stellt die Frage, ob Gerechtigkeit mit Gewalt durchgesetzt werden darf.

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