Deutsche Erstaufführung

Holger, Hanna und der ganze kranke Rest

von Jan Demuth

Premiere in der Casa
20. Januar 2012

Inszenierung
Henner Kallmeyer  
Bühne
Franziska Gebhardt  
Kostüme
Silke Rekort  
Dramaturgie
Marc-Oliver Krampe  
Holger
Jannik Nowak  
Hanna
Silvia Weiskopf  
Verena
Bettina Schmidt  
Gerhard
Holger Kunkel  

Wer ist hier eigentlich krank? Der 16-jährige Holger hat nicht das Gefühl, dass die Situation, mit ihm auf dieser Couch, so stimmt. Wenn es nach ihm ginge, gehörten vielmehr seine Eltern dringend von einem Therapeuten ins Visier genommen. Dass sie ihn, unerträglich einfühlsam und verständnisvoll wie immer, auch noch in die Sitzung begleiten, findet er einfach nur peinlich. Und dann dieses ständige Gerede davon, dass sie ihn durch ihre Trennung fürs Leben vermurkst hätten – völliger Schwachsinn. Holger wirft sie kurzerhand raus und redet anschließend befreit Tacheles. Sein Zustand hat nämlich so gar nichts mit der Scheidung seiner Eltern zu tun, der Grund für nachlassende Schulleistungen und geistige Abwesenheit ist ein ganz anderer: Hanna. Gerade auf seine Schule gewechselt, ein paar Jahre älter, ist sie neuer Mittelpunkt seiner Gedanken.

Leider hatten sie einen denkbar schlechten Start: Im ersten Gespräch fiel Holger durch mangelhaftes Wissen in Sachen Tierschutz auf und bei ihrer zweiten Begegnung übergab er sich beherzt auf ihre Schuhe. Jetzt darf einfach nichts mehr schief gehen – sonst sinken seine Chancen endgültig gen Null. Zu gut könnte er ein paar verlässliche Tipps brauchen, doch ein sportfanatischer Vater und eine Mutter, die sich auf ihre Energiemeridiane und ein optimal fließendes Chi konzentriert, sind keine große Hilfe. Im Gegenteil, Hannas plötzliche Begeisterung für Zahnarztbesuche bei seinem Vater passt Holger überhaupt nicht …

Wunderbar ironisch beschreibt Jan Demuth in “Holger, Hanna und der ganze kranke Rest” die Zeit, in der die Eltern anfangen, schwierig zu werden: die Pubertät mit ihrem geballten Gefühlschaos und harten Prüfungen wie dem Kampf um die erste große Liebe oder dem Zurechtfinden zwischen zwei Elternteilen, die ab sofort getrennte Wege gehen. 2010 am Theater St. Gallen uraufgeführt, kommt Demuths Jugendstück nun am Schauspiel Essen zur Deutschen Erstaufführung.

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Essen aus Mitteln der Lotterie “PS – Sparen und Gewinnen”.

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