Graf Öderland
Eine Moritat in zwölf Bildern von Max Frisch
Premiere im Grillo-Theater
3. Februar 2012
- Inszenierung
- Konstanze Lauterbach
- Bühne
- Kathrin Frosch
- Kostüme
- Karen Simon
- Musik
- Achim Gieseler
- Dramaturgie
- Carola Hannusch
- Der Staatsanwalt
- Jan Pröhl
- Elsa, seine Gattin
- Floriane Kleinpaß
- Doktor Hahn
- Tom Gerber
- Hilde, Inge, Coco
- Laura Kiehne
- Der Mörder
- Jörg Malchow
- Ein Wärter, Hotelgast, Der General
- Rezo Tschchikwischwili
- Der Vater, Ein Köhler, Ein Gendarm, Ein Rebelle, Auslandspresse
- Sven Seeburg
- Die Mutter, Frau Konsul, Eine Kulturträgerin
- Cornelia Kempers
- Ein Nachrichtensprecher, Hotelboy, Ein Student
- Johann David Talinski
- Eine Nachrichtensprecherin, Eine Concierge, Eine Kulturträgerin, Staatspräsidentin
- Ines Krug
- Ein Köhler, Der Fahrer, Der Kommissar
- Jens Ochlast
- Ein Köhler, Der Innenminister, Ein Sträfling
- Stefan Diekmann
- Ein Köhler, Der Direktor, Ein Kulturträger
- Gerhard Hermann
- Ein Köhler, Ein Rebelle, Auslandspresse, Frau Hofmeier
- Lisa Jopt
Die Frage nach dem “Warum?” raubt dem Staatsanwalt den Schlaf. Warum hat ein redlicher Bankangestellter einen Hausmeister mit einer Axt erschlagen? Warum gibt es für diese Tat kein Motiv? Beziehungsweise: Ist Langeweile, Überdruss an einem Leben, das zu großen Teilen aus Pflichterfüllung besteht, ein Motiv? Der angesehene Staatsanwalt kann den Mann, den er eigentlich anklagen soll, sehr gut verstehen. Und ehe er sich versieht, hat er sie selbst in der Hand – die Axt. Traumwandlerisch, wie ein Wiedergänger des sagenumwobenen Grafen Öderland, zieht er durchs Land. Und wehe, ihm stellt sich jemand entgegen! Schnell finden sich Anhänger, der Solotrip wird zum Aufstand und der Staatsanwalt zur Ikone. Ohne erkennbares Ziel vor Augen rebelliert die Menge, bis sie das Land ins Chaos gestürzt hat und ihr das Wasser buchstäblich bis zum Halse steht. Dabei wollte der Staatsanwalt doch einfach nur leben. Gibt es ein Erwachen aus diesem Albtraum?
Max Frisch (1911–1991) betrachtet “Graf Öderland” als eines seiner wichtigsten Werke. Er beschäftigte sich mit dem Topos bereits 1946 in einer Prosaskizze, bevor 1951 das Theaterstück in Zürich uraufgeführt wurde. 1956 und 1961 überarbeitete Frisch das Stück und legte neue Fassungen vor, die in Frankfurt am Main bzw. in Berlin zur Uraufführung gelangten. In seiner Moritat beschwört Frisch den Mythos des Axt schwingenden Revolutionärs, dessen Kampf für ein pflichtbefreites Leben zum willkürlichen Amoklauf wird. “Graf Öderland” wirft zugleich einen Blick auf eine Gesellschaft, in der sowohl die Bereitschaft zur Rebellion als auch der Wille, am Status quo festzuhalten, sich in ihrer Bedingungslosigkeit nicht voneinander unterscheiden. Veränderung und Besitzstandswahrung – beide Ziele werden um jeden Preis verfolgt, mit unterschiedlichen Mitteln, aber der gleichen Kompromisslosigkeit.
Teilen Sie Ihre Gedanken mit uns und anderen Besuchern dieser Seite in unserem Gästebuch.





















Abonnieren Sie unseren Spielplan als .ics Kalender-Datei.



